Eine Liebesgeschichte in Kreuzberg Teil 6

Sehen wir uns heute Abend?” fragt Hermann Lena, als sie sich am nächsten Morgen voneinander verabschieden. Lena antwortet: “Ja”. „Vielleicht können wir zusammen ins Kino gehen ?“ “Ja“. „Gut, dann hol ich dich heute Abend hier ab. So um sieben herum?“ Lena fasst Hermann an den Schultern und küsst ihn:“Ja“.

Hermann fühlt sich wie verwandelt, verjüngt. Voller Ungeduld fiebert er schon dem Abend entgegen, seinem Wiedersehen mit Lena. Doch als Hermann am Vormittag die Baustelle anfahren muß, auf der auch Uwe arbeitet, kommt es dort zum Eklat.

Uwe tritt auf ihn zu und baut sich breit und provokativ vor ihm auf: “Na was kostet denn so ne kleine Russin?” fragt er. “Oder hat sie dich etwa so rangelassen?”

Hermann bleibt zunächst scheinbar unbeirrt davon. Doch als Uwe nicht locker läßt, reißt ihm die Geduld. Er verpaßt Uwe einen Faustschlag mitten ins Gesicht. Es entwickelt sich eine handfeste Schlägerei.

Der Bauleiter, der das Ganze vom Fenster seines Bürocontainers aus beobachtet hat, eilt hinzu. Er trennt die beiden. Und zu Hermann gewandt sagt er: Und dich will ich hier auf der Baustelle nicht mehr sehen.”

Nach der Rückkehr in die Firma wird Hermann zum Junior-Chef bestellt, der vom Bauleiter bereits über den Zwischenfall auf der Baustelle informiert wurde. Er erteilt Hermann eine Abmahnung.

Hermann könne von Glück reden sein, daß der Mann ihn nicht angezeigt habe. Und er gibt Hermann einen Zettel mit Uwes Telefonnummer. “Vielleicht rufen sie mal dort an und entschuldigen sich.”

Das Gespräch mit dem Junior liegt ihm noch im Magen. Doch als Hermann sich abends auf den Weg begibt zu seinem Rendezvous, überwiegt seine Vorfreude auf sein Wiedersehen mit Lena alle Ärgernisse und Sorgen.

Auf dem Wege zu ihr sieht er einen Passanten mit einem Blumenstrauß. Und als er wenig später vor ihrer Tür steht, hält er ebenfalls einen Strauß in der Hand. Lena sieht im gleichen Moment die Blumen und das Veilchen in Hermanns Gesicht. Sie berührt vorsichtig mit dem Finger sein Auge und fragt ihn, was geschehen sei.

Er erzählt Lena, es sei heut beim Verladen passiert. Lena stellt die Blumen ins Wasser und tritt vor den Spiegel.

Ich bin gleich so weit.”, sagt sie, als Hermann an sie herantritt, ihre Taille umfaßt.  “Hast du schon einen schönen Film für uns ausgesucht?” Sie dreht sich zu ihm hin. Beide küssen und umarmen sich. Lena schaut ihn an: “Oder gehen wir morgen?“

Später liegen beide nebeneinander im Bett. Herrmann fragt Lena, ob das Zimmer nicht teuer sei und es eigentlich nicht günstiger für sie wäre, eine eigene Wohnung zu mieten.

Lena, die nur deswegen in der Pension wohnt, weil man dort keine Fragen stellt nach ihrer Herkunft und Aufenthaltserlaubnis, antwortet, nein, es sei nicht so teuer.

Hermann aber, der seine Frage nicht ohne Absicht gestellt hat, nickt gedankenvoll.

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Ein Kommentar

  1. Erstellt am 4. Februar 2009 um 10:58 | Permanent-Link

    Ich habe eine Idee - diese Geschichte verfilmen! Was sagt ihr darüber?

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