Eine Liebesgeschichte in Kreuzberg Teil 8

Das gemeinsame Leben mit Lena lässt für Hermann alle äußeren Probleme in den Hintergrund treten. Er beginnt damit, Zukunftspläne für sich und für Lena zu schmieden. Er besorgt für sie ein Anmeldeformular, damit sie sich als Mitbewohnerin nun auch ganz offiziell bei ihm anmelden kann.

Hermann hilft ihr beim Ausfüllen des Formulars. Lena aber, die das Formular aufgrund ihres illegalen Aufenthaltsstatus nicht auf der zuständigen Amtsstelle abgeben kann, wirft es am nächsten Tag auf dem Wege zur Arbeit heimlich fort.

Doch sie weiß, dass damit nichts gelöst ist, und dass Hermann über kurz oder lang erfahren wird, dass sie ihre Anmeldung nicht abgegeben hat. Sie berät sich mit Olga, ihrer russischen Arbeitskollegin.

Olga schüttelt nur ihren Kopf. Lena müsse ihm, Hermann, endlich die Wahrheit sagen. Lena nickt. Sie entschließt sich dazu, noch am gleichen Tage mit Hermann zu reden. Doch als die zwei sich am Abend wiedersehen, schiebt Lena den Augenblick dafür erneut hinaus.

Und als Hermann ihr später vorschlägt, am Wochenende gemeinsam Einkaufen zu gehen und sich nach einer neuen Wohnzimmereinrichtung um zuschauen, stimmt Lena zu, obwohl sie spürt, dass es jetzt höchste Zeit wäre, die Dinge zu klären.

Am Sonnabend fahren Hermann und Lena zu Ikea. Beide schauen sich verschiedene Wohnzimmer an. Hermann fragt Lena, welche Möbel ihr besser gefallen würden und erkundigt sich bei einem Verkäufer nach den Möglichkeiten einer Zahlung auf Raten.

Schon beginnt der Verkäufer damit, den Vertrag dafür auszufüllen. Doch als er Hermann nach dessen Einkommen und Arbeitgeber fragt, gerät der in Verlegenheit.

Hermann fragt, ob er sich den Vertrag zuvor noch einmal in Ruhe durchlesen könne, steckt ihn ein und steht auf. Zu Hermanns großer Beruhigung scheint Lena den wahren Grund dafür nicht erraten zu haben.

Und so schiebt auch Hermann, genau wie Lena, den Zeitpunkt immer wieder hinaus, an dem er ihr die Wahrheit erzählen will. Um die Tarnung zu wahren, sieht sich Hermann gezwungen, seinen Tankwagen jedes Mal wenn er Lena in der Mittagspause im Imbiss besucht in einer Seitenstraße zu parken, damit Lena ihn nicht zufällig darin sieht.

Ein mühsames Verfahren, dass zudem um ein Haar aufzufliegen droht, als er eines Tages Zigaretten und Feuerzeug im Imbiss liegen lässt. Lena, die es bemerkt, eilt ihm nach auf die Straße.

Gerade rechtzeitig noch, kurz bevor Hermann in die Fahrerkabine steigen will, hört er Lena, die ihm nach geeilt ist, hinter sich nach ihm rufen. Hermann ist unwillkürlich erleichtert. Oder hat Lena doch vielleicht irgendetwas gemerkt?

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Ein Kommentar

  1. Beate
    Erstellt am 9. Februar 2009 um 22:53 | Permanent-Link

    Lieber Sebastian, deine Geschichte gefällt mir wirklich unheimlich gut, durch die knappe Sprache entstehen viele Bilder im Kopf. Ich finde, Fred hat recht, und die Geschichte würde sich sehr gut als Drehbuch eignen… Sie hat auch so eine Geschlossenheit, so dass ich gar nicht “hineinpfuschen” möchte, obwohl das ja in deinem Sinn wäre. Also, ich bin sehr gespannt, ganz liebe Grüße, beate

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