1984 - Fortsetzung

Seltsam mag es aus späterer Sicht auch erscheinen, dass so viele Menschen damals die Welt nah am Rand einer Katastrophe geglaubt hatten, die sich dann, wie wir heute wissen, doch nicht ereignet hatte. Doch die Angst vor einem atomaren Erstschlag und einem möglicherweise drohenden Dritten Weltkrieg hatte seinerzeit einen durchaus realen Hintergrund gehabt.

In den USA war mit Ronald Reagan ein ehemaliger B-Film-Held und Western-Darsteller zum Präsidenten gewählt worden, der als konservativer Republikaner für eine Politik der militärischen Abschreckung und der weiteren Aufrüstung gestanden hatte.

Zudem hatte sich mit dem Nato-Doppelbeschluss und der Stationierung neuer nuklearer Mittelstreckenraketen in West-Europa eine ganz neue Dimension einer möglichen Kriegsführung ergeben.

Denn mit einem Mal tat sich hier nun die Möglichkeit auf, einen denkbaren Kriegsschauplatz auf Europa zu begrenzen und die USA selbst vor den Folgen eines mit nuklearen Waffen geführten Krieges zu bewahren . . .

Das geteilte Deutschland in der Mitte Europas und in ihm das geteilte Berlin wären dabei hingegen die ersten Ziele eines kommenden atomaren Schlages gewesen und in Folge davon aller Wahrscheinlichkeit nach weitestgehend zerstört worden.

Michail Gorbatschow, der in wesentlicher Weise jenen späteren Entspannungsprozess zwischen Ost und West einleiten und prägen sollte, sollte indes erst im Folgejahr zum Generalsekretär der Kommunistischen Partei der Sowjetunion gewählt werden und an die Macht gelangen.

So war es dann nicht zuletzt jene Sorge, jene tief empfundene Bedrohung gewesen, die zwei Jahre zuvor im Jahr 1982 eine halbe Million Menschen auf die Straße getrieben und zu einer gemeinsamen Friedensdemonstration in Bonn versammelt hatte.

Und nur einen Tag später waren es etwa einhunderttausend Menschen gewesen, die anlässlich des Besuchs Ronald Reagans in West-Berlin demonstriert hatten, deutlich mehr Menschen als seinerzeit etwa während der Studentenproteste der 68er-Generation.

Dennoch, und auch dieses mag seltsam anmuten, sind von jenen Ereignissen späterhin kaum mehr Spuren geblieben, ist von jener Bewegung und den Menschen, die sie damals getragen hatten, nur vergleichsweise wenig im Gedächtnis geblieben. . .

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Anhang und getagged , , , , . Bookmarken: Permanent-Link. Post a comment oder ein Trackback hinterlassen: Trackback-URL.

2 Kommentare

  1. Karl-Ludwig Malz
    Erstellt am 25. Januar 2014 um 12:53 | Permanent-Link

    Gut das es Männer wie Ronald Reagans gegeben hat, sie haben dazu beigetragen das der Kommunismus in weiten Teilen der Welt auf den Müllhaufen der Geschichte gelandet ist. 100 Millionen Tote schreiben eine blutige Spur des Kommunismus (Quelle “Schwarzbuch des Kommunismus”). Heute ist es bekannt, das die gesamte Friedensbewegung durch KGB und Stasi unterwandert und gesteuert wurde. Unsäglich viele Schriftsteller, Künstler und Journalisten waren bereit den freien Westen an die UDSSR zu verkaufen. Waren diese Leute nach 1990 aus Angst vor der Wut der Menschen abgetaucht,sind Sie heute wieder in allen Instutionen lautstark vertreten. Nie wieder darf eine rote oder braune Diktatur Europa wirr auferstehen!!

  2. Autor
    Erstellt am 25. Januar 2014 um 17:41 | Permanent-Link

    Anmerkung des Autors: Das im vorliegenden Kommentar zitierte “Schwarzbuch” bildete u.a. 1997 den ideologischen Hintergrund für die Ankündigung des rechtsextremen französichen Front National, einen “Nürnberger Prozess gegen den Kommunismus” abhalten zu wollen. . .

    Weiterführende Informationen zu Ronald Reagan und zum “Schwarzbuch” finden sich etwa in der Wikipedia unter: http://de.wikipedia.org/wiki/Ronald_Reagan http://de.wikipedia.org/wiki/Das_Schwarzbuch_des_Kommunismus SK

Kommentar hinterlassen

Ihre E-Mail wird niemals veröffentlicht oder verteilt. Benötigte Felder sind mit * markiert

*
*