Osram Teil 3

Bei Jacobs hatte ich über acht Stunden hinweg Kartons mit je zwanzig Packungen Kaffee vom Band genommen und auf Holzpaletten gestapelt.

Die Fabrikhalle und die darin enthaltenen Anlagen und Maschinen waren neuer und moderner gewesen als in der Spirituosenfabrik und der intensive Geruch des frisch gerösteten Kaffees, der hier zunächst geröstet, gemahlen und verpackt wurde und am Ende dann übers Band lief, war angenehmer gewesen als der vormalige Weinbrandgeruch.

Den Arbeitern war es erlaubt, während der Schicht kostenlos Kaffee zu trinken. Es gab saubere Umkleideräume, eine Mitarbeiter-Kantine und einen werkseigenen Laden, in dem man die hier hergestellten Produkte günstiger kaufen konnte als draußen im Geschäft.

Doch die Arbeit am Band war dort in gewisser Weise noch gleichförmiger und noch eintöniger gewesen als zuvor.

Bestimmte Abläufe und Produktionsschritte wie die Endkontrolle der fertig abgefüllten und verschlossenen Kaffee-Packungen hatte man hier bereits automatisiert.

Sogenannte Weichpakete etwa, also Packungen, die beim Abfüllen nicht vollständig Vakuum verschlossen worden waren und sich von außen schlaff und weich angefühlt hatten, statt die übliche Spannung aufzuweisen, wurden maschinell erkannt, vorher aussortiert und gelangten so gar nicht erst bis ans Ende des Bandes zu mir

So hatte ich damit zwar keine Mühe gehabt, zugleich aber reduzierte sich meine Tätigkeit dadurch nahezu vollständig auf das bloße unentwegte Abnehmen, Tragen und Aufstapeln der Kartons.

Hatte eine Palette schließlich eine gewisse Menge und Höhe an Lagen erreicht, mussten die Kartons darauf mit einem Band befestigt und zuletzt dann mit Folie umwickelt werden. Danach wurde sie in einen Gang gefahren, wo ein Gabelstapler sie später aufnahm und abtransportierte, und eine neue Palette musste an ihrer Stelle ausgelegt werden.

Unterdessen war das Band jedoch stetig weiter gelaufen. Und die Kartons darauf hatten sich in der Zwischenzeit bereits anzusammeln und zu stauen begonnen. . .

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